Isaac Stern

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Isaac Stern
Photo: Henry Grossman

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Im Laufe seiner über 60 Jahre dauernden Karriere als Berufsmusiker ist Isaac Stern auf den berühmtesten Konzertbühnen der Welt aufgetreten. Er hat die Karriere zahlreicher junger Musiker begleitet und sich sowohl national als auch international für die Förderung der Künste eingesetzt.

Mit weit über 100 Aufnahmen von mehr als 200 Werken von 63 Komponisten ist Stern einer der am häufigst vertonten Musikkünstler unserer Zeit. Seit über 50 Jahren ist er exklusiv bei Sony Classical (früher CBS Masterworks) unter Vertrag. 1985 wurde Stern als erster Künstler von der Plattenfirma als Artist Laureate in Anerkennung seiner langjährigen Zusammenarbeit bezeichnet. 1995 brachte Sony Classical die Neuausgabe einer CD mit 44 Titeln seiner Aufnahmen mit dem Titel Isaac Stern: A Life in Music auf den Markt. Berühmt für seine allseits gefeierten Interpretationen des Standardrepertoires hat Stern sich ebenfalls der zeitgenössischen Musik verschrieben. Er gab Premieren der Violinkonzerte Bernsteins, Pendereckis, Rochbergs, Schumanns, Dutilleuxs und Peter Maxwell Davies. In Amerika führte er erstmals die Werke von Bartók und Hindemith auf und hat diese auch aufgenommen, mit Ausnahme der Werke von Schubert. Im September 1999 veröffentlichte er, gemeinsam mit Chaim Potok, seine Memoiren mit dem Titel „My First 79 Years“ (erschienen bei Alfred A. Knopf). Eine CD mit dem selben Titel (SK 89049) erschien im Oktober 1999 bei Sony Classical.

Sterns Bühnenprogramm ist außergewöhnlich und breitgefächert. In früheren Spielzeiten hat er für Konzerte und Aufnahmen mit Yefim Bronfman zusammengearbeitet. Diese Verbindung, die 1991 eine Tournee durch Russland einschloß, woraus eine Live-Aufnahme der Violinsonaten von Brahms hervorging, stellte ebenso Auftritte und Aufnahmen der kompletten Mozart-Violinsonaten in den Mittelpunkt. Drei Bände in dieser Serie wurden von Sony Classical veröffentlicht, der vierte und letzte Band erschien im Herbst 1999. Stern und Bronfman haben auch bei einer Aufnahme der Bartók-Violinsonaten zusammengearbeitet. Darüber hinaus gibt Stern gemeinsam mit Emanuel Ax, Jaime Laredo und Yo-Yo Ma regelmäßig Kammermusik-Konzerte, aus deren gemeinsamen Tourneen Aufnahmen von Klavier-Quartetts von Beethoven, Brahms, Fauré, Mozart, Schumann und Dvorák hervorgingen. Mit seinem Quartett konnte man ihn im Februar 2000 in der Carnegie Hall, in Los Angeles und San Francisco sehen. In der Saison 1998/99 war Isaac Stern bei der Eröffnungsgala der New Yorker Philharmoniker. Ausserdem trat er mit Mariss Janson und dem Pittsburgh Symphony Orchestra auf. Auf ihrer Amerika-Tour im Januar 1999 spielte er gemeinsam mit den Moskauer Philharmonikern. Danach war er beim Miyazaki Festival in Japan zu sehen. Seit er 1996 dieses Festival mitbegründet hat, ist er jedes Jahr dort und tritt meistens gemeinsam mit Emanuel Ax auf.

Sterns neueste Aufnahmen bei Sony Classical sind Caprice Viennois (SK 62692), ein Album mit Kreisler-Stücken aus Arrangements, die mit dem Franz-Liszt-Kammerorchester aufgeführt wurden, und Isaac Stern spielt Mozart, Beethoven und Haydn (SK 62693), eine CD mit Konzerten und anderen Stücken, die er ebenfalls mit dem Franz-Liszt-Kammerorchester eingespielt hat.

Zusätzliche Karrierehöhepunkte bilden Filme und Fernsehauftritte. Der Film From Mao to Mozart: Isaac Stern in China gewann 1981 den Academy Award für die beste ungekürzte Dokumentation und erhielt besondere Erwähnung beim Cannes Film-Festival. Nach dem Sechs-Tage-Krieg 1967 führte Stern Mendelssohns Violinkonzert auf dem Gipfel des Jerusalemer Skopusberges mit dem Israel Philharmonic unter der Leitung von Leonard Bernstein auf, ein Gedenkkonzert, das in den Film A Journey to Jerusalem eingearbeitet wurde.

Andere Filme, an denen er mitwirkte, sind Tonight We Sing, eine Biographie des Theaterdirektors Sol Hurok, bei der er Eugène Ysaye darstellte, und Humoresque, in dem er den Ghostwriter von John Garfield spielte. Zu seinen Verdiensten gehört ebenfalls der Film-Soundtrack zu Fiddler on the Roof.

Er trat national bei der CBS-Sendung Carnegie Hall: The Grand Reopening auf, was ihm 1987 den Emmy Award einbrachte, und im Mai 1991 beim Jahrhundertgalakonzert der Carnegie Hall, von PBS übertragen. Die Musikbiographie Isaac Stern-A Life wurde beim Arts & Entertainment-Sender 1993 gesendet und wurde von Sony Classical als Kaufvideo veröffentlicht.

Weitere Fernsehauftritte bilden unter anderem CBSs 60 Minutes, PBSs Sesame Street und Live from Lincoln Center, ABCs Good Morning America sowie NBCs Today.

Seiner Verpflichtung, mit jungen Musikern zu arbeiten, ist er stets nachgekommen, hat im Laufe der Jahre eine Reihe Kammermusik-Workshops in der Carnegie Hall veranstaltet und betreute unterschiedliche Gruppen internationaler Ensembles sowohl in öffentlichen als auch in privaten Meisterklassen. Stern gibt ähnliche Kurse im Jerusalem International Encounter in Israel, zu denen er viele seiner Kammermusikkollegen einlädt, um als Lehrer zu fungieren. Weitere Encounter-Programme und -Seminare für junge Künstler werden in kommenden Spielzeiten einen wesentlichen Bestandteil seiner Tourneen bilden. Besondere Freude bereiteten ihm Auftritte mit Musikstudenten. So spielte er in den letzten Jahren zusammen mit den Orchestern des San Francisco Conservatory und dem Curtis Institute (mit letzterem in Konzerten an der Philadelphia Academy und in der Carnegie Hall).

Isaac Stern ist Gründungsmitglied der National Endowment for the Arts (Stiftung für nationale Künste). Zur Zeit ist er Vorsitzender beim Vorstand der amerikanisch-israelischen Kulturstiftung und Begründer des Jerusalem Music Centre. In seiner über 35-jährigen Laufbahn als Vorsitzender der Carnegie Hall war er 1960 Leiter der Aktionen zum Schutz der Halle vor dem Abriß und war 1986 Leiter bei deren Wiederaufbau. Er erhielt als erster den Albert Schweitzer Music Award für ein Leben, das der Musik geweiht und der Menschlichkeit gewidmet ist. 1984 überreichte Präsident Reagan ihm den Kennedy Center Honors Award im Weißen Haus, und Musical America ernannte ihn zum Musiker des Jahres 1986. Die American Symphony Orchestra League ehrte ihn 1987 mit ihrer höchsten Auszeichnung, dem Gold Baton (Goldener Taktstock). Im selben Jahr wurde er mit dem Grammy Lifetime Achievement Award, dem Israels Wolf Prize für seine humanitären Leistungen und dem National Music Councils American Eagle Award geehrt. Im Mai 1990 wurde ihm die Ehre eines Commandeur der Ehrenlegion auf Befehl des Präsidenten der Französischen Republik, François Mitterand, zuteil. 1991 erhielt Stern von Präsident George Bush die National Medal of the Arts, der ihn später (1992) mit der höchsten nationalen Zivilehre auszeichnete, der Presidential Medal of Freedom. 1997 wurde ihm Japans höchste Auszeichnung überreicht: The Order of the Rising Sun.

Stern ist Vorsitzender des French Ordre de la Couronne (1974). Darüber hinaus ist er Träger des Commanders Cross des Order of the Dannebrog der dänischen Regierung (1985) und Jerusalemmitglied (1986). Er besitzt ebenso ehrenhalber verliehene akademische Grade verschiedener Institutionen, wie der Bucknell University, der Columbia University, dem Curtis Institute of Music, der Harvard University, der Hebrew University (Jerusalem), der University of Illinois, der John Hopkins University, der Juilliard School, der New York University, der Oxford University, der University of Tel Aviv und der Yale University.

Isaac Stern wurde 1920 im russischen Kreminiecz (Russland) geboren und kam im Alter von zehn Monaten mit seinen Eltern nach Amerika. Er ist in San Francisco aufgewachsen und zur Schule gegangen und begann mit 8 Jahren, Violine zu spielen. Seine Karriere begann ebenfalls in San Francisco, wo sein Rektor, Naoum Blinder, Konzertmeister der San Francisco Symphony war.

Nach seinem Konzertdebut im Alter von 13 Jahren gab Stern 1936 sein offizielles Orchesterdebut mit dem San Francisco Symphony Orchestra unter der Leitung von Willem Van den Berg. Er spielte das Violinkonzert Nr. 3 von Saint-Saëns. 1937 trat er erneut mit dem Orchester auf. Diesmal unter der Leitung von Pierre Montreux und mit dem Violinkonzert von Brahms im Programm. Dieses Konzert wurde national gesendet. Daraufhin folgten Rezitalkonzerte 1937 in der Town Hall und der erste Auftritt in der Carnegie Hall 1943.

Am 22. Oktober 2000 wird Isaac Stern von der Deutschen Phonoakademie mit dem Sonderpreis des Echo-Klassik 2000 in Berlin geehrt.

Stern wohnt in New York City. Er hat drei Kinder und fünf Enkelkinder. Er spielt eine Guarnerius del Gesù-Violine.


 
 

 

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